Entleerung von PET-Flaschen: automatisierte Entwässerung und Verdichtung gefüllter Getränkeverpackungen
Welchen Recycler suchen Getränkeabfüller heute
In Deutschland ist die erweiterte Herstellerverantwortung für Verpackungen seit Jahren gelebte Praxis — LUCID-Registrierung, Lizenzentgelte, Nachweispflichten —, und seit dem 12. August 2026 verschärft die Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR) die Recyclingquoten zusätzlich. Für die Getränke- und Lebensmittelbranche heißt das konkret: abgelaufene Getränke, Fehlproduktion, falsch etikettierte oder beschädigte Chargen brauchen einen lückenlos dokumentierten Weg — vom Rückläufer bis zur finalen Verwertung. In der Regel wird diese Aufgabe an einen Recycler übergeben.
Eine deutsche Besonderheit kommt hinzu: der Einwegpfand. Seit 2003 sind Einweggebinde pfandpflichtig, und ausgeschiedene Ware muss vor der Entsorgung zuverlässig pfandentwertet werden — sonst ließe sich der Pfand erneut einlösen. Wer solche Aufträge übernimmt, übernimmt also auch eine Verantwortung gegen Pfandbetrug.
Die meisten Recycler haben ihre Erfahrung mit Kunststoffen, Metallen oder Schäumen gesammelt. Eine gefüllte Verpackung ist etwas anderes: verdorbener Joghurt oder eine abgelaufene Dose Limonade lässt sich nicht einfach pressen, und in die Waschlinie geht sie ebenso wenig. Solche Anfragen endeten bislang oft mit einer höflichen Absage.
Dabei ist der Ablauf selbst nicht kompliziert. Zuerst die Entleerung von PET-Flaschen — die Trennung von Flüssigkeit und Verpackung —, danach geht jede Fraktion in ihren eigenen Kanal. Ob ein Recycler den Auftrag bekommt, entscheidet sich in genau diesem Schritt.

Wie abgelaufene Getränke und ihre Verpackungen entsorgt werden
Zurückgenommene Ware in geschlossener Verpackung darf nicht mit gewöhnlichem Kunststoff oder Metall vermischt werden. Zuerst kommen Entleerung und Phasentrennung.
1. PET-Flaschen, Aluminiumdosen, Joghurtbecher und Getränkekartons (Tetra Pak) werden der Entwässerungspresse für PET-Flaschen und Getränkedosen zugeführt.
2. Die Schnecke der Presse übt einen kontinuierlichen Druck aus; die innere Flüssigkeit wird herausgepresst und in einen festgelegten Auffangbereich geleitet.
3. Die Verpackung wird entwässert und verdichtet, was den Flüssigkeitsrest und das Transportvolumen senkt.
4. Inhalt und Verpackung werden getrennt gesammelt und in unterschiedliche Kanäle geführt.
Die organische Fraktion — Getränke, Milchprodukte — wird nach Zusammensetzung und Rechtslage verwertet: über anaerobe Vergärung und Biogasproduktion oder über eine Kläranlage mit entsprechender Genehmigung; Erzeugnisse tierischen Ursprungs unterliegen der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 als Nebenprodukte der Kategorie 3. Was nicht geht, ist die Ableitung unbehandelter Flüssigkeit direkt in die Kanalisation.
Der Weg der Verpackung hängt vom Material ab. PET und Aluminium kehren nach der Wäsche in die konventionellen Stoffkreisläufe zurück — Kunststoffverpackungen laufen unter der AVV-Nr. 15 01 02; Joghurtbecher aus PP oder PS werden nach den örtlichen Sortiermöglichkeiten getrennt; Getränkekartons gehen in der Regel an spezialisierte Betriebe, die im Hydropulper die Zellstofffasern von den Kunststoff- und Aluminiumschichten trennen.
Von der manuellen Entleerung zur automatisierten Trennung
Manuell lässt sich das nicht durchhalten. Eine Person schafft am Tag einen Bruchteil dessen, was eine einzige Anlieferung mitbringt; verschüttete Flüssigkeit gärt, riecht und zieht Nagetiere an; eine Partie von zig Tonnen kann eine Schicht über Tage binden, mit Kosten, die die Marge vollständig auffressen. Je größer der Maßstab, desto schneller ist dieses Modell am Ende.
Der bessere Weg: die Entsorgung abgelaufener Getränke nicht von Hand erledigen, sondern einer Entwässerungspresse für PET-Flaschen und Getränkedosen überlassen. Die GREENMAX-Poseidon-Serie (P-C200, C350 und C900) — eine Entleerungspresse für gefüllte Getränkeverpackungen — erledigt beide Arbeitsschritte allein durch den kontinuierlichen Druck der Schnecke:
1. Die Flüssigkeit wird ausgepresst und im Tank unter der Maschine gesammelt, bereit für eine gesteuerte Entnahme oder Weiterleitung.
2. Die verdichtete Verpackung fällt in einen Sammelbehälter, direkt angeschlossen an den Recyclingweg.
Eine Anlage, verschiedene Verpackungsarten
Aufträge kommen selten sortenrein. Heute sind es PET-Flaschen aus einer Supermarkt-Retoure, morgen Dosen, Joghurtbecher oder Getränkekartons. Eine eigene Maschine für jedes Format würde Investition und Betreuungsaufwand vervielfachen.
Die Entwässerungspresse für PET-Flaschen und Getränkedosen der Poseidon-Serie nimmt Flaschen, Dosen, Becher und Verbundverpackungen an. Beschickt wird chargenweise je nach Material, die Entleerung von PET-Flaschen läuft automatisch, mit einem Verdichtungsgrad bis 10:1 und Entwässerung bis 90 %. Die Flüssigkeit fließt über eine geschlossene Rohrleitung in den Tank, die Halle bleibt trocken, und die Anlage arbeitet im Dauerbetrieb mit ein bis zwei Personen.
Mit einer solchen Maschine erweitert der Recycler das Spektrum an annehmbaren Lebensmittel- und Getränkeabfällen, ohne für jedes Format separat zu investieren — und nutzt die installierte Kapazität besser aus.
Im folgenden GREENMAX-Video ist eine reale Entsorgung abgelaufener Getränke zu sehen:
Drei Fragen, die Recycler beschäftigen
1. Was passiert mit der abgetrennten Flüssigkeit?
Die Maschine verfügt über vorbereitete Stutzen für Rohrleitungsanschlüsse, sodass die Flüssigkeit mit minimalen Verlusten in den Tank gelangt, ohne Pfützen auf dem Boden. Nicht verwertbare Anteile gehen an die Kläranlage oder einen entsorgungsberechtigten Betrieb; geeignete organische Flüssigkeiten können Biogasanlagen speisen.
2. Lassen sich entwässerte Verpackungen verkaufen?
Nach der Entleerung von PET-Flaschen lässt sich das Material leichter lagern, transportieren und sortieren. PET-Flaschen kehren in das Kunststoffrecycling zurück, Dosen gehen in die Schmelze; Getränkekartons und Joghurtbecher werden sortiert dem zuständigen Empfänger übergeben. Der Wert des Materials hängt von Reinheit, Restfeuchte und Marktlage ab.
3. Was, wenn mehrere Materialien gemischt anfallen?
Flaschen, Dosen, Becher und Kartons laufen durch denselben Poseidon. Empfehlenswert ist die chargenweise Beschickung nach Material oder Partie, um das spätere Recycling nicht zu erschweren — eine separate Maschine für jede Sorte ist nicht nötig.
