„Was wir gesucht haben, war mehr als nur eine Maschine“ ---Die Styropor-Recycling-Geschichte zwischen CAA und GreenMax

„Als wir beschlossen haben, Styropor-Recycling im Bundesstaat Oregon voranzutreiben, war die Herausforderung deutlich komplexer als zunächst erwartet.“ Bevor CAA ein nachhaltigeres Recyclingsystem aufbaute, wurden Schaumstoffabfälle überwiegend deponiert. Derzeit besteht der Hauptanteil der Abfälle aus Styropor (EPS), perspektivisch sollen jedoch auch PE-Schaumstoffe verarbeitet werden.

Zwar gibt es lokal einige Recyclingstellen, die Schaumstoffabfälle annehmen, doch die Effizienz ist gering: Die Sammelstellen sind stark verteilt, die Transportdistanzen begrenzt, die Logistikkosten hoch – und zusätzlich unterliegt die Entsorgung strengen gesetzlichen Vorgaben. Nach geltendem Recht ist der Ferntransport von losem EPS nahezu unmöglich.

Noch entscheidender: Angesichts verschärfter Umweltvorschriften ist die Deponierung keine langfristige Lösung. Mit der Einführung von EPR-Regelungen werden Markeninhaber verpflichtet, die von ihnen in Verkehr gebrachten Verpackungsmaterialien zurückzunehmen. Damit wird Recycling zu einem konkreten Bestandteil von ESG-Strategien.

CAA musste daher eine Lösung finden, die rechtskonform, umweltfreundlich und langfristig stabil betreibbar ist.

Schmeltz Verdichter

CAA stieß zunächst über eine Google-Suche auf GreenMax und erfuhr dabei, dass GreenMax nicht nur Schmelz Verdichter anbietet, sondern auch weltweit den Ankauf von EPS-Blöcken betreibt.

Im Austausch verzichteten die GreenMax-Ingenieure bewusst darauf, sofort ein bestimmtes Modell zu empfehlen oder auf eine schnelle Kaufentscheidung zu drängen. Stattdessen wurden reale Styropor-Recycling Projekte aus verschiedenen Regionen der Welt vorgestellt:

– wie Recycling-Systeme an unterschiedliche Abfallmengen und Standortbedingungen angepasst werden,

– wie gesetzliche Umweltauflagen berücksichtigt werden,

– und wie sich ein geschlossener Kreislauf aus Sammlung, Verdichtung, Transport und Wiederverwertung aufbauen lässt, um Investitionskosten und Erlöse aus EPS-Blöcken in ein nachhaltiges Gleichgewicht zu bringen.

Zufuhrschnecke

Ursprünglich hatte CAA lediglich einen kaltverdichtenden EPS-Schneckenextruder in Betracht gezogen. Mit zunehmender Analyse wurde jedoch klar:

Die entscheidende Frage lautet nicht „Welche Maschine?“, sondern „Lässt sich ein reproduzierbares, nachvollziehbares und langfristig funktionierendes Styropor-Recycling System aufbauen?“

Nach erneuter Bewertung verschiedener technischer Ansätze und unter Einbeziehung eines mobilen Sammelkonzepts entschied sich CAA schließlich für einen Styroporverdichter M-C300, der sich deutlich vom ursprünglichen Plan unterschied. Der M-C300 arbeitet mit Hochtemperatur-Schmelzverdichtung und erreicht ein Verdichtungsverhältnis von bis zu 90:1.

EPS-Schneckenextruder

Dieser Schmelz Verdichter handelt sich dabei nicht um eine Standardmaschine, sondern um eine kundenspezifisch konfigurierte Lösung. Die gewählte Großanlage verfügt über eine separate Zerkleinerungs- und Schmelzkammer, sodass beide Funktionen unabhängig voneinander betrieben werden können – was den Energieverbrauch deutlich reduziert.

Besonders wichtig für CAA:

Das System ermöglicht einen flexiblen Materialwechsel zwischen Styropor (EPS) und EPE / PE-Schaumstoffen und ist damit nicht nur für Styropor-Recycling, sondern auch für PE-Schaum Recycling geeignet. Durch das Schmelzverfahren werden EPS und EPE verflüssigt und anschließend extrudiert, was eine stabile Verdichtung und gleichmäßige Blockformung sicherstellt.

Styropor-Recycling

Basierend auf dem Mengenverhältnis von EPS und PE-Schaum plant GreenMax zwei weitgehend unabhängige Recyclinglinien:

· EPS, das mengenmäßig den Hauptanteil ausmacht, wird über Fördertechnik in ein Silo geleitet und dort gesammelt, um eine effiziente zentrale Verarbeitung zu ermöglichen.

· PE-Schaum, der künftig in geringeren Mengen anfällt, kann direkt in die Anlage aufgegeben und zerkleinert sowie verdichtet werden.

Da sich EPS und EPE deutlich in Dichte, Struktur und Abmessungen unterscheiden, variieren auch die Anforderungen an Zerkleinerung und Schmelzverdichtung. Aus diesem Grund werden die Zerkleinerungswellen für jede Materialart kundenspezifisch ausgelegt, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Noch entscheidender sind Parameter wie Schmelztemperatur und Schneckendrehzahl, da sie die Qualität der Verdichtungsblöcke direkt beeinflussen. Basierend auf umfangreicher Erfahrung und mehreren Testläufen haben die GreenMax-Ingenieure die optimalen Parameter für Styropor-Recycling und PE-Schaum Recycling bereits in diesem Schmelz Verdichter System hinterlegt. Der Bediener kann per Knopfdruck zwischen den Modi wechseln.

Dieses Konzept verhindert Materialvermischung, steigert die Effizienz und erhöht die Gesamtauslastung der Anlage.
(Im Folgenden finden Sie ein Video der Testläufe dieser Anlage im GreenMax-Werk.)

Nach über einem Jahr intensiver Abstimmung, Validierung und Detailarbeit wurde schließlich eine regelkonforme, skalierbare und praxisnahe Lösung für Styropor-Recycling und PE-Schaum Recycling realisiert.

CAA ist heute überzeugt: Wenn ein Partner die eigentlichen Herausforderungen versteht, entsteht die passende Lösung fast von selbst.

Der Projektverantwortliche fasst es so zusammen: „Was uns bei INTCO Recycling überzeugt hat, war nicht nur die hohe Qualität der Anlagen, sondern vor allem das ausgereifte Recyclingkonzept. Es hat uns viele unnötige Umwege erspart und echte Wiederverwertung möglich gemacht.“


BRANCHEN