Modellwechsel und PPWR: Volumenreduzierung und ESG-Konformität bei EPP-Verpackungen in der Automobilindustrie

In den vergangenen fünf Jahren hat der schnelle Ausbau der Produktionskapazitäten für Elektrofahrzeuge dazu geführt, dass EPP – expandiertes Polypropylen – zu den zunehmend eingesetzten Verpackungsmaterialien in der automobilen Lieferkette gehört. Für den Transport von Batteriemodulen, Elektromotoren, Stoßfängern, Sitzen und Türsystemen werden häufig kundenspezifische EPP-Ladungsträger, Einlagen und Polsterelemente verwendet.

Seit 2026 erreichen viele der frühzeitig eingesetzten EPP-Mehrwegverpackungen schrittweise das Ende ihrer Nutzung. Gleichzeitig stellt die europäische PPWR höhere Anforderungen an den Umgang mit Verpackungen und Verpackungsabfällen. Für Automobilhersteller und Tier-1-Zulieferer wird es daher immer wichtiger, mit einem Verdichter für EPP-Schaum ein nachvollziehbares Verfahren für expandiertes Polypropylen Recycling aufzubauen. So lassen sich Verpackungsabfälle in Sekundärrohstoffe umwandeln, betriebliche Abläufe verbessern und ESG-Audits besser vorbereiten.

rosa Pressblöcke aus EPP-Verpackungen

Die Herausforderung bei der gebündelten Entsorgung von EPP-Verpackungen

Viele Produktionsbetriebe stehen vor ähnlichen Problemen:

    1. Nach dem Auslaufen eines Fahrzeugmodells können die speziell geformten EPP-Ladungsträger häufig nicht für neue Bauteile weiterverwendet werden. Sie bleiben im Lager liegen und belegen teilweise mehrere hundert Quadratmeter Fläche.

    2. Bei der Beauftragung externer Entsorgungsunternehmen fallen häufig hohe volumenabhängige Kosten an. Gleichzeitig können nicht alle Dienstleister nachvollziehbare Nachweise über Recyclingweg und Materialverbleib bereitstellen. Bei ESG-Audits durch OEMs wie Volkswagen, BMW oder Tesla können dadurch Lücken in der Dokumentation von Verpackungsabfällen entstehen.

Dieses Problem betrifft nicht nur einzelne Werke, sondern große Teile der europäischen Automobilzulieferkette. EPP-Mehrwegverpackungen sind häufig für etwa 50 bis 100 Umläufe ausgelegt. Viele Verpackungen, die während des Produktionsanstiegs von Elektrofahrzeugen zwischen 2020 und 2022 eingeführt wurden, werden nun gleichzeitig ausgemustert. Hinzu kommt, dass sich Modellzyklen von früher vier bis fünf Jahren teilweise auf ein bis zwei Jahre verkürzt haben. Dadurch verlieren viele Spezialverpackungen bereits vor dem Ende ihrer technischen Nutzungsdauer ihren Einsatzzweck.

EPP-Mehrwegbehälter für die Automobilindustrie

Warum lässt sich loses EPP nur schwer direkt an Recycler übergeben?

EPP-Verpackungen für Automobilteile sind meist großvolumig, besitzen aber ein vergleichsweise geringes Gewicht. Ein Lkw ist daher schnell ausgelastet, obwohl nur wenig Material transportiert wird. Für Recycler beeinflussen Abholentfernung, manueller Aufwand und Transporteffizienz die Bereitschaft zur Annahme. Auch für Automobilbetriebe sind häufige Transporte mit hohen Kosten verbunden.

Obwohl EPP grundsätzlich recycelbar ist, kann loses und unverdichtetes Material daher schwer vermarktbar sein. Es bleibt lange im Werk liegen, muss kostenpflichtig abgeholt werden oder findet keinen geeigneten Abnehmer. Tier-1- und Tier-2-Zulieferer, die ihre Verpackungsabfälle reduzieren und ein geschlossenes System für expandiertes Polypropylen Recycling aufbauen möchten, können deshalb einen Verdichter für EPP-Schaum direkt im Werk installieren.

Durch Zerkleinerung und Verdichtung wird loses EPP zu formstabilen, hochverdichteten Blöcken verarbeitet. Dadurch sinkt der Platzbedarf im Werk, während Verladung, Transport und weitere Verarbeitung für den Recycler deutlich einfacher werden.

Verdichter für EPP-Schaum

Wie wählt die Automobilindustrie den passenden Verdichter für EPP-Schaum?

Bei der Auswahl eines Schaumstoffverdichters reicht es nicht aus, nur die Nennleistung zu betrachten. Entscheidend sind auch Form, Größe, Dichte und Beschaffenheit der tatsächlich anfallenden Verpackungsabfälle.

Große Mehrwegbehälter, Ladungsträger und dickwandige Polsterelemente erfordern ein leistungsfähiges und gleichmäßiges Zerkleinerungssystem. Die Materialien müssen zuverlässig in kleinere Stücke zerlegt werden, damit es am Einfüllbereich nicht zu Brückenbildung oder Blockaden kommt und anschließend eine stabile Verdichtung möglich ist. Bei besonders festen oder hochdichten EPP-Verpackungen sollten außerdem Schneidwerkzeuge, Schneckengeometrie und kontinuierliche Zuführung berücksichtigt werden.

Der GREENMAX EPP-Verdichter zerkleinert zunächst großformatige Verpackungen. Anschließend wird das Material mechanisch über eine Schnecke verdichtet und durch thermische Oberflächenverschmelzung zu stabilen Blöcken geformt. Die Anlage kann im Lager, im Verpackungsreparaturbereich oder an einer zentralen Abfallsammelstelle aufgestellt werden. So wird loses EPP direkt im Werk in gleichmäßige, stapelbare Blöcke mit einer Volumenreduzierung von bis zu 50:1 umgewandelt.

Vor der Auswahl sollten insbesondere folgende Informationen geklärt werden:

    · monatlich anfallende Menge an EPP-Verpackungen,

    · maximale Abmessungen der einzelnen Verpackungsteile,

    · verfügbare Stellfläche und elektrische Anschlussbedingungen.

Formgebung durch thermische Oberflächenverschmelzung

Welche Probleme löst EPP-Recycling im Werk?

Mit einem betrieblichen Prozess für expandiertes Polypropylen Recycling erzielt ein Unternehmen nicht nur mögliche Erlöse aus dem Materialverkauf. Noch wichtiger sind eine stabile und kontrollierbare Abfallbewirtschaftung sowie eine bessere Dokumentationsgrundlage für ESG-Audits.

Automobilhersteller und große Tier-1-Zulieferer können ausgemusterte EPP-Ladungsträger, Paletten und Einlagen mit einem Verdichter für EPP-Schaum zerkleinern und zu hochverdichteten Kaltpressblöcken mit einer Volumenreduzierung von bis zu 50:1 verarbeiten. Dadurch werden Lager-, Verlade- und Produktionsflächen entlastet und der organisatorische Aufwand für häufige Abholungen reduziert.

Verarbeitungsprotokolle, Wiege- und Lieferscheine, Verkaufsbelege der Pressblöcke sowie Nachweise des nachgelagerten Recyclingunternehmens können den Materialfluss und den weiteren Verwertungsweg dokumentieren. Bei ESG-Audits von OEMs, Umweltprüfungen oder Lieferantenbewertungen lässt sich der tatsächliche Verbleib der Verpackungsabfälle damit nachvollziehbarer belegen.

Besuchen Kunden das Werk eines Tier-1-Zulieferers, wirkt ein vor Ort betriebener EPP-Verdichter mit einem funktionierenden EPP-Recycling-System häufig überzeugender als eine reine Datendokumentation.

FAQ | Häufige Fragen von Tier-1-Zulieferern und Automobilherstellern

1. Welche Daten sind für die Auswahl eines Verdichters für EPP-Schaum erforderlich?

Wichtig sind die monatliche Menge, das Volumen oder Gewicht der EPP-Abfälle, die maximalen Abmessungen einzelner Verpackungsteile, die verfügbare Stellfläche und die Stromversorgung. Neben der Nennleistung müssen auch Zerkleinerung, kontinuierliche Zuführung und Blockbildung zum tatsächlichen Materialaufkommen passen.

2. Kann ein EPP-Verdichter auch bei begrenzter Stellfläche installiert werden?

Ja. GREENMAX bietet mit dem Z-C50 eine kompakte Lösung, deren Stellfläche ungefähr der Fläche von zwei Kartons entspricht. Ein vergrößertes Zerkleinerungssystem und ein verkleinerter Ausgabebereich reduzieren die Anlagenabmessungen und die Kapazität. Das Modell eignet sich daher für Unternehmen mit begrenztem Budget oder wenig Lagerfläche.

3. Wie sollte der Verbleib von EPP-Abfällen für Prüfungen in Deutschland dokumentiert werden?

Empfohlen wird eine chargenbezogene Erfassung von Herkunft, Datum, Abfallart, Gewicht, Behandlungsverfahren, Empfänger und Übergabezeitpunkt. Zusätzlich sollten Fotos, Wiegescheine, Lieferscheine, Recyclingverträge und Übernahmebestätigungen aufbewahrt werden. Diese Unterlagen können als Nachweise zur Getrennthaltung und zum Verbleib gewerblicher Abfälle dienen und bei Bedarf in Papierform oder elektronisch vorgelegt werden.


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