EPP LOOP beschleunigt EPP-Recycling in Europa: Wie sollten sich unterschiedliche Unternehmen positionieren?
EPP LOOP ist ein europaweites System für die Sammlung, Verwertung und Wiederverwendung von EPP-Abfällen. Ziel ist es, mehr EPP-Material in den Kreislauf zurückzuführen, anstatt es zu verbrennen oder zu deponieren. Die Initiative wurde freiwillig von Unternehmen der Branche gestartet. Dazu gehören Rohstoffhersteller, EPP-Verarbeiter, Endanwender, Recyclingunternehmen, Logistikpartner und weitere Akteure entlang der Wertschöpfungskette.
Bis 2030 sollen mindestens 75 % der in Deutschland in Verkehr gebrachten EPP-Abfälle gesammelt und recycelt werden. Bereits 2024 wurden über das System an mehr als 15 Sammelstellen in 10 europäischen Ländern über 7.000 Tonnen EPP-Abfälle gesammelt; 95 % davon wurden stofflich verwertet. Auch politisch gewinnt das Thema an Bedeutung: Die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) stellt klarere Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Recyclingquoten und den Einsatz von Rezyklaten. Damit entwickelt sich expandiertes Polypropylen Recycling von einer freiwilligen Umweltmaßnahme zu einem wichtigen Thema für Regulierung, Kundenaudits und Lieferketten.

Welche EPP-Abfälle stehen bei EPP LOOP im Fokus?
Der Anwendungsbereich von EPP LOOP ist klar auf typische EPP-Abfallströme ausgerichtet. Besonders relevant sind dabei folgende Bereiche:
· Automobilverpackungen: EPP wird in der Automobil-Lieferkette häufig als Schutzverpackung, Einlage, Ladungsträger, Behälterdeckel oder Formteil verwendet. Dieser Bereich zählt zu den wichtigsten Quellen für EPP-Abfälle in Europa.
· Logistik- und Mehrwegboxen: In großen Logistikzentren, E-Commerce-Lagern, automatisierten Warenlagern und bei 3PL-Unternehmen werden EPP-Boxen, Isolierboxen und Transportbehälter breit eingesetzt.
· Weitere EPP-Produkte: Dazu gehören unter anderem Helme, Sportartikel, Kindersitze, Werkzeugkoffer, Thermoverpackungen und andere technische Formteile.
Betroffen sind daher viele unterschiedliche Unternehmen: EPP-Formteilhersteller, Automobilhersteller, Tier-1- und Tier-2-Zulieferer, Verpackungsdienstleister, industrielle Endanwender, Logistikunternehmen und Recyclingbetriebe. Sie alle spielen eine wichtige Rolle im EPP-Recycling.

Haben Sie EPP-Abfälle? Teilen Sie uns Menge und Materialform mit – wir empfehlen die passende Lösung für Ihr EPP-Recycling.
Wie können verschiedene Unternehmen EPP-Recycling sinnvoll aufbauen?
1. EPP-Hersteller: Verdichten und granulieren
Für EPP-Hersteller und Formteilproduzenten sind in der Regel zwei Wege sinnvoll: Verdichtung und Granulierung.
Beim Verdichtungsweg wird ein Verdichter für EPP-Schaum eingesetzt, um Produktionsreste, Randabschnitte und Ausschussteile zu hochdichten Blöcken zu verarbeiten. Dadurch sinken Lager- und Transportkosten deutlich. Die verdichteten EPP-Blöcke können anschließend an Recycler oder Granulierbetriebe verkauft werden.
Wenn ein Unternehmen große Mengen an sauberem EPP-Abfall erzeugt oder eine eigene Kreislauflösung aufbauen möchte, kann zusätzlich eine Granulierlinie eingesetzt werden. So lassen sich EPP-Abfälle zu Regranulat verarbeiten, das teilweise wieder in die Produktion zurückgeführt oder an Compoundierer verkauft werden kann.
Der Vorteil der Verdichtung liegt in der einfachen Umsetzung, dem geringeren Investitionsbedarf und der schnellen Amortisation. Die Granulierung bietet dagegen mehr Kontrolle über den Materialkreislauf und eine stabilere Versorgung mit Recyclingmaterial.

2. Endanwender: Erst verdichten, dann weiterverkaufen
Für Endanwender eignet sich meist das Modell „Verdichten und weiterverkaufen“. Dazu zählen Automobilwerke, Zulieferbetriebe, Elektronikhersteller, Montagebetriebe sowie Logistik- und Lagerzentren. Diese Unternehmen produzieren EPP in der Regel nicht selbst, erzeugen aber im täglichen Betrieb große Mengen an gebrauchten EPP-Verpackungen, zum Beispiel EPP-Einlagen, Mehrwegboxen, Schutzformteile und Transportverpackungen.
Solche Abfälle sind leicht, voluminös und sammeln sich schnell an. Sie blockieren Lagerflächen, erhöhen die Abholfrequenz und verursachen zusätzliche Entsorgungskosten. Da Endanwender den Abfall meist nicht selbst zu Rezyklat verarbeiten möchten, steht zunächst die Reduzierung des Volumens im Vordergrund.
Hier bietet sich ein EPP-Verdichter an. Die Maschine verdichtet gebrauchte EPP-Verpackungen zu Blöcken, die einfacher gelagert, gestapelt, verladen und an professionelle Recycler verkauft werden können. Im Vergleich zum Transport loser EPP-Abfälle reduziert diese Lösung den logistischen Aufwand deutlich und macht aus einem Kostenfaktor eine verwertbare Ressource.
Die GREENMAX Zeus-Serie als Verdichter für EPP-Schaum wird im europäischen Markt besonders geschätzt, weil sie stabile und gut vermarktbare Blöcke erzeugt. Die Maschine arbeitet mit Schneckenverdichtung und einer leichten Oberflächenverschmelzung der Blöcke. Dadurch bleibt die Form stabil, während die ursprünglichen Materialeigenschaften möglichst geschont werden. Das erleichtert die spätere Weiterverarbeitung in höherwertigen Recyclinganwendungen.
Wenn ein Unternehmen eine besonders hohe Verdichtungsleistung und bessere Containerbeladung anstrebt, kann auch eine Heißschmelzlösung eingesetzt werden.
Für Endanwender wie Automobilwerke, Elektronikhersteller und Montagebetriebe liegt der Hauptvorteil dieses expandiertes Polypropylen Recycling Modells darin, EPP-Abfälle vor Ort zu reduzieren und aus gebrauchten Verpackungen einen zusätzlichen Wertstrom zu schaffen.

3. Recyclingunternehmen: Granulierung und Modifizierung als nächster Schritt
Für Recyclingunternehmen liegt die eigentliche Wettbewerbsfähigkeit im EPP-Recycling nicht nur im Sammeln von Material. Entscheidend ist, ob EPP-Abfälle stabil zu höherwertigen Sekundärrohstoffen verarbeitet werden können.
Verdichtete EPP-Blöcke lassen sich einfacher einkaufen, lagern und transportieren. Auf dieser Grundlage können Recycler in Schmelzgranulierung, PP-Modifizierung und die Entwicklung neuer Rezyklatanwendungen investieren. So wird aus gebrauchtem EPP ein Material, das für die Herstellung von EPP-Perlen, PP-Compounds oder Spritzgussteilen genutzt werden kann.
Im Vergleich zum reinen Verkauf von Pressblöcken bieten PP-Regranulate in der Regel größere Wertschöpfungspotenziale. Besonders vor dem Hintergrund europäischer Vorgaben zum Rezyklateinsatz dürfte die Nachfrage nach hochwertigen Recyclingmaterialien weiter steigen. Kleinere und mittlere Recyclingunternehmen, die noch nicht direkt in eine Granulierlinie investieren möchten, können zunächst mit einem EPP-Verdichter starten und EPP-Verpackungsabfälle aus der Umgebung übernehmen.
Langfristig wird die Wettbewerbsfähigkeit von Recyclern vor allem von Reinheit, gleichbleibender Qualität und der Fähigkeit zur kundenspezifischen Modifizierung abhängen. Genau hier setzt der Gedanke von EPP LOOP an: Das expandiertes Polypropylen Recycling soll nicht beim Sammeln und Verdichten enden, sondern in einen echten Materialkreislauf überführt werden.

Welche Unterstützung kann GREENMAX bieten?
Da die europäische EPP-Recyclingstruktur zunehmend reifer wird, kann GREENMAX verschiedene Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette unterstützen – von der Volumenreduzierung bis zur Weiterverarbeitung des Materials.
1. Kaltverdichtung: GREENMAX bietet Verdichter für EPP-Schaum mit einem Verdichtungsverhältnis von bis zu 50:1. Diese Lösung eignet sich besonders für Unternehmen, die EPP-Abfälle vor Ort reduzieren und als Blöcke verkaufen möchten.
2. Heißschmelztechnologie: Für Kunden mit höheren Anforderungen an Verdichtungsverhältnis, Lagerung und Containerbeladung bietet GREENMAX Schaumstoff-Heißschmelzmaschinen mit einem Verdichtungsverhältnis von bis zu 90:1.
3. Granulierung und Materialerfahrung: GREENMAX kann EPP-Granulierlösungen bereitstellen und Kunden mit Erfahrung in der Modifizierung von Recyclingmaterialien unterstützen.
4. Rückkauf von EPP-Pressblöcken: GREENMAX kann Kunden beim Aufbau eines Absatzkanals für verdichtete EPP-Blöcke unterstützen.
5. Service in Deutschland: Durch lokalen Service, schnelle Online-Reaktion und regelmäßige Vor-Ort-Besuche bietet GREENMAX europäischen Kunden zusätzliche Sicherheit im laufenden Betrieb.
Ob Hersteller, Endanwender oder Recycler: Wer EPP-Abfälle frühzeitig sortiert, verdichtet und in geeignete Recyclingwege überführt, kann nicht nur Entsorgungskosten senken, sondern auch aktiv an der europäischen Kreislaufwirtschaft teilnehmen. Damit wird expandiertes Polypropylen Recycling zu einem wichtigen Bestandteil moderner Verpackungs- und Materialstrategien.
