EMS-Recycling von PE-Verpackungen: Welche Lösung passt zu Werken, Recyclingunternehmen und Akteuren der Lieferkette?

Durch den Reshoring-Trend und den starken Ausbau der KI-Industrie wächst das Auftragsvolumen der deutschen EMS-Branche, insbesondere in Elektronikstandorten wie Dresden, München und Stuttgart. Beim EMS-Modell übernehmen Markenunternehmen Produktentwicklung und Vertrieb, während lokale Fertigungsdienstleister Montage, Prüfung, Verpackung und Logistik ausführen.

Der European Chips Act, die Elektrifizierung der Automobilindustrie und die steigende Nachfrage nach KI-Servern führen dazu, dass EMS-Werke im Raum Dresden, im sogenannten Silicon Saxony, sowie in den süddeutschen Automobilregionen immer mehr Montage-, Prüf- und Verpackungsaufgaben übernehmen.

Damit wächst auch das Problem der PE-Verpackungsabfälle. Importierte Chips, Leiterplatten, Displays und andere elektronische Komponenten werden häufig durch PE- oder EPE-Schaum, also expandiertes Polyethylen, geschützt. Nach dem Auspacken sammeln sich große Mengen leichter und voluminöser Verpackungen in Lagern, Ladezonen und Sortierbereichen an. Sie beanspruchen wertvolle Fläche und erhöhen die Entsorgungskosten.

Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Rolle in der Lieferkette. Einige Werke bevorzugen weiterhin eine kostenpflichtige Abholung, andere möchten ein internes Recyclingsystem aufbauen und ihre ESG-Leistung verbessern. Recyclingunternehmen wiederum konzentrieren sich auf den Wiederverkaufswert des Materials. Doch welche Lösung ermöglicht ein wirtschaftliches Polyethylen-Recycling?

PE-Verpackungen für Elektronikprodukte

Wie sollten unterschiedliche Akteure PE-Verpackungen behandeln?

1. EMS-Werke: Volumen reduzieren und Recyclingdaten dokumentieren

Die Kernaufgabe eines EMS-Werks ist die zuverlässige Fertigung und Auslieferung elektronischer Produkte. Bei der Behandlung von PE-Verpackungen stehen daher drei Ziele im Mittelpunkt:

· Freisetzung von Lager- und Produktionsflächen

· Senkung der laufenden Abhol- und Entsorgungskosten

· Aufbau nachvollziehbarer Recyclingnachweise für ESG- und Lieferantenaudits

Die Lösung für das Polyethylen-Recycling sollte deshalb einfach, stabil und mit geringem Personalaufwand zu betreiben sein.

Empfohlen wird die Installation eines kleinen oder standardmäßigen PE-Schaum Verdichter direkt im Werk. Die erforderliche Kapazität kann sowohl an die aktuelle Abfallmenge als auch an das erwartete Unternehmenswachstum angepasst werden.

Die verdichteten PE-Blöcke benötigen deutlich weniger Lagerfläche und lassen sich effizienter transportieren und verkaufen. Gleichzeitig können verarbeitete Mengen, Recyclingquoten und Materialwege dokumentiert werden, um belastbare Daten für ESG-Prüfungen bereitzustellen.

Polyethylen-Recycling

2. Recyclingunternehmen: Verdichten oder granulieren und zusätzliche Erlöse erzielen

Nicht jedes EMS-Werk möchte ein eigenes EPE-Recycling-System aufbauen. Viele Unternehmen lassen ihre PE-Abfälle regelmäßig von externen Recyclingdienstleistern abholen.

Recyclingunternehmen spielen daher eine zentrale Rolle in der Wertschöpfungskette. Neben den Einnahmen aus der Abholung können sie durch die Verarbeitung und den Weiterverkauf des Materials zusätzliche Erlöse erzielen.

Die Herstellung von PE-Regranulat bietet in der Regel eine höhere Wertschöpfung als der reine Verkauf verdichteter Blöcke. Mit einer vollständigen Granulieranlage kann loser PE-Schaum zerkleinert, aufgeschmolzen, extrudiert, gekühlt und zu gleichmäßigen Recyclingpellets verarbeitet werden. Diese können anschließend an Hersteller von Verpackungen oder Kunststoffprodukten verkauft werden.

Da Vorschriften wie die PPWR höhere Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen und den Einsatz von Rezyklaten stellen, kann die Nachfrage nach qualitativ stabilem PE-Regranulat weiter steigen.

Eine Granulieranlage stellt jedoch höhere Anforderungen an Verfahrenstechnik, Produktionsfläche, Investitionsbudget und Umweltgenehmigungen. Recyclingunternehmen, die zunächst mit einem geringeren Investitionsumfang starten möchten, können eine standardmäßige oder große Expandiertes Polyethylen Recycling Maschine einsetzen.

Durch Verdichtung und Verkauf der PE-Blöcke können sie zunächst Materialquellen und Absatzkanäle aufbauen. Sobald die Mengen und Vertriebswege stabil sind, lässt sich das Geschäft schrittweise um eine Granulierlinie erweitern.

PE-Regranulat

3. Logistik- und Servicezentren: Verteilte Abfälle zentral sammeln

Logistikzentren und After-Sales-Servicezentren erzeugen bei Wareneingang, Umpackung, Rücksendungen, Reparaturen und Ersatzteilwechseln regelmäßig PE-Schaumeinlagen, Polsterblöcke und Trennplatten.

Diese Abfälle fallen häufig an verschiedenen Arbeitsplätzen und zu unregelmäßigen Zeiten an. Gleichzeitig sind sie leicht, voluminös und ineffizient zu transportieren. Dadurch steigen sowohl der Flächenbedarf als auch die Kosten der externen Abholung.

Empfohlen wird die Einrichtung eines festen Sammelbereichs, in dem sauberer PE-Schaum getrennt von Kartonagen, Folien und anderen Verpackungsmaterialien gelagert wird.

Bei geringen Mengen kann das Material zunächst in einem regionalen Logistikzentrum gebündelt werden. Sobald regelmäßig größere Mengen anfallen, ermöglicht ein kleiner PE-Schaum Verdichter die direkte Volumenreduzierung vor Ort. Die verdichteten Blöcke können anschließend gesammelt an Recyclingunternehmen oder Granulierbetriebe verkauft werden.

PE-Schaum Verdichter

Welche Anlagentechnik und Kapazität ist geeignet?

Für das Polyethylen-Recycling kommen hauptsächlich Verdichtungs- und Granulieranlagen zum Einsatz. Bei den Verdichtungsanlagen wird zwischen Kaltpressen und Heißschmelzsystemen unterschieden.

Kaltpresssysteme

Bei der Kaltverdichtung wird der PE-Schaum zunächst zerkleinert und anschließend mechanisch durch eine Schnecke komprimiert. Am Austritt wird die Oberfläche des Blocks leicht thermisch behandelt, damit er formstabil bleibt.

Die Volumenreduzierung kann bis zu 50:1 erreichen. Da das Material nur geringfügig erwärmt wird, verändern sich seine Eigenschaften weniger stark, was für eine spätere Granulierung vorteilhaft sein kann.

Schmelz Verdichter

Heißschmelzanlagen erhitzen und extrudieren den PE-Schaum zu hochverdichteten Schmelzblöcken. Das Volumen kann dabei um bis zu 90:1 reduziert werden.

Diese Technologie bietet die höchste Volumenreduzierung und besonders niedrige Transportkosten pro Kubikmeter. Sie ist einfach zu bedienen und eignet sich vor allem für Projekte mit langen Transportwegen oder großen Abfallmengen.

Granulieranlagen

Eine Granulieranlage wird normalerweise entsprechend der Materialart, dem gewünschten Durchsatz, den Platzverhältnissen und den Qualitätsanforderungen an das Regranulat ausgelegt.

Ein wichtiger Bestandteil ist das Schmelzefiltersystem. Es entfernt kontinuierlich Verunreinigungen aus der Kunststoffschmelze und verbessert dadurch die Reinheit des Granulats.

Der automatische Siebwechsler von GREENMAX ermöglicht den Filterwechsel ohne oder mit nur sehr kurzen Produktionsunterbrechungen. Dadurch sinken der manuelle Arbeitsaufwand und die Stillstandszeiten, während die kontinuierliche Produktionsleistung steigt.

Welche Leistung sollte ein PE-Schaum Verdichter haben?

· Kleine Anlagen: Benötigen ungefähr die Stellfläche von ein bis zwei großen Kartons und verarbeiten rund 50 kg pro Stunde. Sie sind flexibel einsetzbar und lassen sich leicht innerhalb des Betriebs versetzen.

· Standardanlagen: Verarbeiten etwa 100–200 kg pro Stunde und eignen sich für Unternehmen mit mehr als 5 Tonnen PE-Schaumabfall pro Monat.

· Großanlagen: Verfügen über getrennte Zerkleinerungs- und Verdichtungssysteme und erreichen eine Leistung von etwa 300 kg pro Stunde. Sie sind für Projekte mit mehr als 10 Tonnen Material pro Monat geeignet.

GREENMAX Granulieranlage

Vom Verpackungsabfall zum verwertbaren Rohstoff

Das Wachstum von Reshoring, Elektronikfertigung und KI-Infrastruktur wird das Aufkommen von PE-Verpackungsabfällen in Deutschland weiter erhöhen.

Für EMS-Werke, Recyclingunternehmen und Logistikdienstleister ist EPE-Recycling daher weniger eine Frage des Ob, sondern vielmehr des richtigen Zeitpunkts und der geeigneten Verarbeitungstiefe.

GREENMAX bietet Lösungen vom kompakten PE-Schaum Verdichter bis zur vollständigen Granulierlinie. Je nach Rolle in der Lieferkette, monatlicher Abfallmenge und vorhandenem Absatzkanal kann die passende Recyclingroute individuell geplant werden.

Für eine konkrete Maschinenempfehlung und eine Berechnung des möglichen Return on Investment kontaktieren Sie GREENMAX per E-Mail unter: info@greenmax-machine.com.


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